Mit rund 2,3 Milliarden Euro will die Regierung über eine neue Steuer Betreiber von Atomkraftwerken belasten. Das könnte Folgen für den Strompreis haben.
Die von der Regierung geplante Brennelementesteuer für Energiekonzerne könnte Experten zufolge eine vierköpfige Familie mit rund 60 Euro im Jahr für Strom belasten. Das berichtet die „Hamburger Morgenpost“ vom Freitag unter Berufung auf die Experten des Strompreis-Internetportals Verivox. Grundlage der Berechnung sind Äußerungen des Sprechers des Bundesfinanzministeriums, Michael Offer, wonach eine Strompreiserhöhung um 1,5 Cent je Kilowattstunde realistisch sei.
„Sollte diese Erhöhung tatsächlich kommen, bedeutet das für eine Durchschnittsfamilie mit 4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch einen Preisanstieg um sechs bis sieben Prozent“, sagte eine Sprecherin von Verivox. „Absolut sind das 60 Euro im Jahr.“
Die Brennelementesteuer ist Teil des Sparprogramms der Bundesregierung. Mit ihr sollen ab 2011 rund 2,3 Milliarden Euro jährlich eingenommen werden. Allerdings wird es diese Besteuerung der Kernenergie nach den Worten von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) nur bei einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken geben.
Holger Krawinkel, Energie-Experte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen glaubt allerdings nicht, dass durch die Steuer der Strompreis steigt: „Das teuerste Kraftwerk, das gerade Strom liefert, bestimmt den Preis, und Strom aus Kernenergie ist deutlich günstiger als Strom aus Kohle oder Gas“.
Montag, 14. Juni 2010
Atomsteuer: Mehrkosten befürchtet
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